Earth - Free Template by www.temblo.com
Earth - Der Himmel auf Erden
Design by ling-design
regennacht

Otonia, eine Gestalt aus einer alten griechischen Sage. Laut des Mythos existierte sie nur, um zu sterben. Während eines Krieges zwischen Athen und Eleusis befragte König Erechtheus das Orakel und bekam geweissagt, dass er seine jüngste Tochter Otonia opfern müsse, damit Athen weiter bestünde. Der Vater weigerte sich jedoch. Als Athen aber schon belagert wurde und zu verlieren drohte, konnte er sich nicht länger weigern und er musste Otonia opfern. Nachdem dies geschehen war, gewann Athen den Krieg.

 

Ich habe lange nachgedacht und bin immernoch nicht zum Schluss gekommen, ob ich denke, dass das Opfer zu groß war oder ob es das wert war. Ich denke für Leben gibt es keine Waage und über Leben sollten keine Entscheidungen gefällt werden. Der Tod entscheidet über das Leben.Irgendwie.

 

Das Glück hat nur ein Gesicht, aber das Unglück hat für jeden Menschen ein anderes. Das Glück ist eine Allegorie, das Unglück eine Geschichte.

Ich habe einmal etwas über eine innere Uhr gelesen. Es heißt, dass an einem sehr traurigen Punkt im Leben, das Leben einfach stehen bleibt. Wie eine Uhr die aufhört zu ticken und doch vergeht weiter Zeit. Der Zeiger in der Uhr der Seele hält in diesem Moment der Trauer an und obwohl die äußere Zeit weiterfließt, ist sie ohne Bedeutung. Es gibt Punkte, an denen wir unser Leben nicht mehr zurückdrehen können. Und es gibt, wenn auch selten, Punkte, an denen man nicht mehr weiter kann. Ist ein solcher Punkt erreicht, bleibt einem nichts anderes übrige, als alles - ob gut oder schlecht - schweigend hinzunehmen und auf diese Weise zu leben.

 

Ich hatte mal einen wirklich schönen Regenschirm. Ich liebte diesen Schirm und hatte ihn oft bei mir. Manchmal sogar, obwohl es nicht nach Regen aussah. Er war hübsch anzusehen und sehr stabil.Er bot mir guten Schutz vor Regen und Sturm. Eines Tages war ich unterwegs und legte den Schirm zurück, damit ich ihn nicht die ganze Zeit in der Hand halten musste. Als ich nachts zuhause in meinem Bett lag, fiel mir auf, dass ich ohne meinen Schirm nach Hause gegangen war. Ich war müde und beschloss ihn am nächsten Tag zu holen. Es war nicht das erste Mal, dass ich ihn irgendwo vergessen habe.Ich habe ihn immer rechtzeitig wiedergeholt. Am nächsten Morgen hatte ich wenig Zeit und vergaß den Schirm, bis ich wieder Abends im Bett lag. Dieser Zyklus ging ein paar Tage weiter. Bis es einen Tag zu regnen anfing. Ich lief zu der Stelle, wo ich den Schirm zurückgelegt hatte, aber er war nicht mehr da. Ich habe nicht weiter danach gesucht.Irgendwie wusste ich, dass er weg war.

Heute in Düsseldorf habe ich jemanden mit einem solchen Schirm gesehen und mich gefragt, was wohl aus meinem geworden ist. Ob ihn wohl nun jemand anderes trägt und ihn zu schätzen weiß.Meist merken wir immer erst zu spät, dass man auf Dinge, die uns wertvoll erscheinen, achten müssen. Nicht nur, wenn wir sie gerade brauchen,sondern besonders dann, wenn wir sie wie selbstverständlich um uns haben...das wir uns an sie erinnern sollten und auch wenn viel zu tun ist, die Zeit aufbringen sollten uns darum zu kümmern, die kleinen Dinge zu achten und sie nicht mit der Zeit vergessen.

Auch heute noch denke ich manchmal an den Schirm, wenn mir der Regen besonders stark ins Gesicht peitscht.

13.4.08 17:39
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
www.temblo.com Design by ling-design